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Kirche „Zum Guten Hirten“ Erkersreuth

Erkersreuther Kirche
Kirche 1967 von oben
Prof. Dr. Gunther Wenz in Erkersreuth

Seit 1928 sammelt sich die Kirchengemeinde Erkersreuth in der Kirche „Zum Guten Hirten“ zum Gottesdienst. Die kirchliche Selbstständigkeit Erkersreuths hängt direkt mit dem Bau der Kirche zusammen. So wurde im Jahr 1910 die Gründung eines Kirchenbauvereins angebahnt, dessen Ziel es war, eine eigene Kirche für den Ort zu bekommen. Ab diesem Zeitpunkt fanden im Schulhaus einmal im Monat Bibelstunden statt. 1920 richtete der Kirchenbauverein im Jagdsaal des Erkersreuther Schlosses einen Betsaal ein und 1921 wurde eine Hilfsgeistlichenstelle geschaffen.

 

Nach längerer Planungs- und Bauzeit konnte dann am 28. Oktober 1928 die Kirche „Zum Guten Hirten“ eingeweiht werden. 1929 wurde der Kirchenbauverein aufgelöst und die Entwicklung des Kirchenwesens hatte schon vorher durch die Erhebung der Hilfsgeistlichenstelle zum exponierten Vikariat einen Abschluss gefunden. Damit war die Trennung der Kirchengemeinde von der Pfarrei Selb vollzogen und damit auch die Wahl eines Kirchenvorstandes verbunden. Im gleichen Jahr wurde der Evangelische Gemeindeverein Erkersreuth und Umgebung gegründet. 1939 wurde neben der Kirche das heutige Pfarrhaus errichtet und 1940 wurde aus der Filialgemeinde eine Pfarrei.

 

Die Kirche hat einige bauliche Besonderheiten, vor allem die für evangelische Kirchen in Bayern höchst ungewöhnliche Form des Achtecks. Doch die Kirche erlebte später massive bauliche Umgestaltungen im Inneren. So wurde die Kirche 1967 saniert und grundlegend verändert. Dabei wurde unter anderem der Altarraum zugemauert. Damit war das bei jung und alt beliebte großflächige Bild vom Guten Hirten nicht mehr zu sehen.

 

Der bisherige Altar, die vormalige Kanzel und ein wunderschöner Kronleuchter an der Decke des Kirchenschiffs wurden entfernt. Der Mittelgang wurde geschlossen. Es blieben nur zwei schmale Gänge an den Seiten nach vorne, für Einzüge etwa zu Festgottesdiensten und Trauungen war dies höchst unpraktisch. Als neuer Altar kam ein mehrere Tonnen schwerer Granitblock zum Einsatz. Die neue gemauerte äußerst schmucklose Kanzel war in kaltem Grau gehalten. Sie konnte nun über den Kirchenraum betreten werden, nicht mehr wie vorher über die Sakristei.

Es ist heute unbekannt, wo der Kronleuchter, der frühere Altar und die Kanzelteile geblieben sind. Man wollte wohl ganz sicher gehen, dass diese nicht mehr zum Einsatz kommen. Das frühere Altarkreuz stand im vorherigen Altarraum herum, der zur Sakristei degradiert worden war. Die Gemeinde hat diese Veränderungen nie akzeptiert.

 

Die Sanierung von 2009 bis 2014 war nötig durch gravierende statische Probleme an der Kirche. Diese Schäden waren äußerlich kaum sichtbar, aber höchst gefährlich. Der Turm und das Kirchengebäude brachen zentimeterweise immer mehr auseinander. Ausgelöst wurden diese Probleme vom stark angewachsenen Schwerlastverkehr nach der Wende von 1989 und vor der Einweihung der Umgehungsstraße. Die Lkws sind damals direkt an der Kirche vorbeigedonnert. Diese Erschütterungen haben der Kirche massiv geschadet. Auch neue Glocken waren nötig. Deren Guss und Einbringung in den Kirchturm ging noch am schnellsten.

 

So war die Kirche ab Frühjahr 2008 geschlossen. Es folgte ein mehrjähriger Bauprozess, bei dem immer neue Probleme auftauchten. Erst stellte sich heraus, dass die Kirche kein ordentliches Fundament hatte. Unter dem Steinboden war nur Bauschutt. Dann zeigte sich, dass das Holz der tragenden Balken der Empore durchgemodert war und komplett ausgetauscht und durch Stahlträger ersetzt werden musste. Solche Probleme sorgten für Bauverzögerungen. Im August 2014 erfolgte die feierliche Wiederweihe der Kirche und der neuen Prinzipalia (Altar, Taufstein, Kanzel und Osterkerzenständer) aus Glas durch Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner.

Kirche mit Orgel

Es ist gelungen, die Kirche nach den Wünschen der Kirchengemeinde wieder in den Ursprungszustand zu versetzen und vor allem den Altarraum wieder zu öffnen und damit das Altarbild wieder freizulegen. Mit den Glaskunstwerken von Thierry Boissel haben wir gleichzeitig eine neue und moderne künstlerische Gestaltung der Kirche ermöglicht. Der vormalige Granitaltar dient nun als Freiluftaltar am Friedhof, die bisherigen Altarkreuze sind beide in würdiger Form in die Kirche integriert.