Kindergarten Erkersreuth – Betreuung für die Jüngsten seit 1965

Die ersten Pläne zum Bau eines Kindergartens der Kirchengemeinde in Erkersreuth gab es im Januar 1964 während der Amtszeit von Pfarrer Friedrich Dietsch. September 1965 konnte dann bereits Einweihung gefeiert werden. Die Baukosten betrugen seinerzeit 290.000 Mark. Der Kindergarten etablierte sich schnell zum Mittelpunkt im Ort. Es war der zweite Kindergarten der Kirchengemeinde nach dem in Selb-Plößberg, der bereits 1965 eingeweiht werden konnte.
In der Anfangszeit wohnten die Leiterinnen des Kindergartens noch im Untergeschoss, den späteren Jugendräumen. 1976 begann in der Amtszeit von Pfarrer Hans Bauer der Anbau. Von da an konnte der Kindergarten in zwei Gruppenräumen jeweils 25 Kinder betreuen. Von 1989 bis 2012 leitete dann Irene Fraas 23 Jahre lang den Kindergarten. Von 1991 bis 1997 gab es aufgrund der hohen Kinderzahl eine dritte Gruppe im Turnsaal. Am 20. November 1992 erhielt der Kindergarten den Namen „Zum Guten Hirten“. Seit September 2008 gibt es eine Krippengruppe für die ein- bis dreijährigen Kinder. Die Einrichtung ist nach wie vor sehr beliebt und gut ausgelastet. Mittlerweile gibt es einen Neubau. Der Kindergarten bietet heute sehr viel, etwa das Entenland, Montessori-Pädagogik und Kneipp-Anwendungen.
Trotz der überbordenden Bürokratie heute wird im Kindergarten hervorragende Arbeit geleistet. Ein kompetentes und gut eingespieltes Team leistet hier beste Arbeit zum Wohl der anvertrauten Kinder. Das Haus ist seit Jahren voll und platzt fast aus den Nähten, und weitere Nachfrage ist da.
Nachdem beide Kindergärten in die Jahre gekommen waren, zeigte sich nach rund 50 Jahren erheblicher Sanierungsbedarf in beiden Häusern – Erkersreuth wie Selb-Plößberg. So gab es eine grundsätzliche Neuaufstellung der Kitas.
2017 wurde das Gemeindezentrum mit Kindergarten in Erkersreuth geschlossen und abgerissen. Übergangsweise wurde der Kindergartenbetrieb in Selb-Plößberg aufrechterhalten (Kindergarten und Nebenräume der Kirche). Im September 2020 konnte der von der Stadt Selb erbaute Kindergarten in Erkersreuth neu in Betrieb genommen werden, den die Kirchengemeinde weiter als Träger betreibt. Die Kirchengemeinde hat diesen neuen größeren Kindergarten auch dadurch ermöglicht, dass das Gemeindezentrum ausgelagert wurde. Dazu hat die Gemeinde das Vereinsgasthaus „Zwiebel“ des Gartenbauvereins gekauft und zum neuen Gemeindezentrum umgebaut. Der „Martin-Luther-Kindergarten“ in Selb-Plößberg wurde 2020 stillgelegt nach der Einweihung des neu gebauten größeren Kindergartens in Erkersreuth.
Kneippen
Ein wichtiger Schwerpunkt in unserer Arbeit ist das Kneippen.
Die Kneippsche Naturheilkunde ermöglicht einen präventiven Ansatz bei der Gesundheitsförderung von Kindern. In jungen Jahren bietet sich die einmalige Chance, die Entwicklung eines stabilen und ausgereiften Immunsystems zu unterstützen und zu fördern. Die 5 Elemente der Kneippschen Heilkunde – Bewegung, Wasser, Kräuter, Ernährung und Ordnung – sind dafür in idealer Weise geeignet. In unseren Einrichtungen ist das Kneippen mit Kindern ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Regelmäßiger Aufenthalt an der frischen Luft und gesunde Ernährung sind ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags.
Das Arbeiten mit den Kindern nach Kneipp gliedert sich in 5 Bereiche:
Wasser:
„Wasser ist unser Lebenselement und von ganz außerordentlicher Heilkraft. Diese wird von den Menschen seit jeher genutzt. Da Wasser auch eine große Wärmespeicher- und Übertragungsfähigkeit besitzt, dient es in der KNEIPP- Wassertherapie als Träger von Temperatur-, Druck-, Chemischen und elektrischen Reizen, die dem Körper zu einer positiven Reaktion veranlassen sollen.“
Die Wassertherapie gliedert sich insgesamt in 7 Anwendungsgebiete. Ganzjährig werden Wechselfußbäder, Wassertreten, Knieguss, Armguss und Armbad angewandt. Im Frühjahr und im Sommer gehen wir mit den Kindern zum „Taulaufen“, im Winter dagegen „Schneelaufen“. An einem Tag in der Woche ist eine dieser Anwendungen, nach 6 Wochen erfolgt dann der Wechsel.
Bewegung:
Ein Mangel an Bewegung muss heute als echte Krankheitsursache gewertet werden, zumal sie in Kombination mit weiteren Risikofaktoren doppelt negativ im Hinblick auf drohende Herz-Kreislauf- Erkrankungen wirkt. Körperliche Bewegung hingegen wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem und stellt ein ganz natürliches „Ventil für die Seele“ dar.
Um den Kindern viele Bewegungsmöglichkeiten anzubieten, stehen ihnen alle Räumlichkeiten sowie das Außengelände zur Verfügung. Zahlreiche Bewegungsbaustellen sowie Sportgeräte sind frei zugänglich und animieren zum Bewegen. Der Garten und der Kirchenpark lassen die Natur und die Schöpfung als Lebensraum wahrnehmen.
Lebensordnung:
Die Ordnungstherapie nach Kneipp befasst sich mit den Themen Lebensordnung, Gesundheitserziehung und Psychohygiene. Sie vermittelt die für ein Leben erforderlichen Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele. Die Ordnung ist ein Wirkprinzip, denn der Umgang mit der Ordnung hat Auswirkungen: auf die Person selbst, auf die zu begreifende Gegenstände und auf die Mitmenschen. Die Ordnung liegt allen Kneippschen Säulen zu Grunde, durchwirkt, gestaltet und umfasst sie. Die Ordnung ist, von Pfarrer Kneipp und der damaligen Zeit gesehen, religiös motiviert und zeigt sich in klaren Strukturen und lebensbejahenden Ritualen.
Für unsere Kinder ist eine innere Ordnung sehr wichtig, sie bietet ihnen Halt, fördert Ausgeglichenheit, Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein. Deshalb gibt es im Kindergartenalltag teilweise feste Regeln, bspw. im Umgang miteinander.
Durch verschiedene Rituale, Feiern und Feste, die sich zum Teil am Kirchenjahr orientieren, gewöhnen sich die Kinder an eine „innere Ordnung“, eine bewusste Lebensführung und an den ausgleichenden Wechsel von Anspannung und Entspannung.
Ernährung/ Kräuter:
„Durch Speisen und Getränke kann manches in die Natur kommen, was krank macht und es können daraus wieder recht viele Krankheiten entstehen. Der Natur bringen viele und verschiedene Modeartikel Krankheit und Verderben. Man kann die Natur an alles gewöhnen, auch, dass sie nach dem verlangt, was sie umbringt.“
Eine gesunde Ernährung der Kinder stellt implizit einen täglichen Baustein in der Erziehungsarbeit dar. Darüber hinaus wird der Vergleich gesunder und ungesunder Ernährung thematisiert. Dabei werden die Kinder bei der Vor- und Zubereitung bestimmter Speisen mit einbezogen, sie gestalten Tischdekoration und übernehmen Teile der Nachbereitung.
Auch unsere heimischen Kräuter lernen wir kennen und bringen sie den Kindern durch Spiele, Geschichten, Gebete, Gedichte... näher.
„Um gesund zu bleiben, muss sich der Mensch bewegen…“
Sebastian Kneipp
Kontakt:
Fr. Barbra Hardt, Leiterin Kindergarten Erkersreuth (Tel. 09287/78622; @:)